25.5.2018

Unterwegs.

Ob ich gerade bei Lidl gewesen sei, fragt der Mann. Er ist älter, untersetzt und macht einen etwas heruntergekommenen Eindruck, wie er am U-Bahnhof Schlump mit seinem Rollator vor mir stehenbleibt. Der Rollator ist  mit diversen vollen Plastiktüten beladen.

Nein, bei Penny, antworte ich. Da gehe ich freitags immer nach dem Schwimmen vorbei, der Penny liegt auf dem Weg zum Bahnhof. Diesmal habe ich mir Bio-Blaubeeren, Buttermilch und eine Butter geholt.

Bei Lidl gebe es jetzt Reiskocher, fährt der Mann fort und guckt mich erwartungsvoll an. Er habe gleich zwei gekauft, dann habe man mal ein Geschenk, fügt er hinzu. Ich lobe diese vorausschauende Kaufentscheidung, wünsche ihm viel Spaß beim Kochen und steige in meine Bahn ein.

Ich werde dauernd angesprochen. Vermutlich liegt es daran, dass ich ungefährlich erscheine und einigermaßen vertrauenserweckend auf meine Umwelt wirke. Jedenfalls nehme ich das an. Gestern an der Bushaltestelle in der Mönckebergstraße sprach mich ein älteres Paar auf eine Mitwartende an, die wüst vor sich hinschimpfte. Und vorgestern zwei Damen, die ihr Hotel suchten.

Interessant sind sie jedenfalls, diese zufälligen Gespräche auf der Straße, die kurze Bekanntschaft mit Fremden, die dann wieder ihres Weges gehen, zurück in die Anonymität, aus der sie gekommen sind.

Nachtrag:
Ein Reiskocher ist einer der Gegenstände, die ich wirklich noch nie haben wollte.