A., Du bist nicht bei der Sache!, ruft die Trainerin durch den Raum. Sie meint nicht mich, sondern die Mitstreiterin, die vor mir ihre Arme im falschen Rhythmus emporstreckt und in die andere Richtung hüpft.
Ruhe und Entspannung – so die vertrauenserweckende Headline, die im Kursprogramm steht und die mich den Kurs vertrauensselig hat buchen lassen.
Die brasilianische Musik ist laut aufgedreht, aufgedreht ist auch die grazile Trainerin, die früher einmal Balletttänzerin war und sich entsprechend elegant bewegt, auf die Spitzen, Bein nach hinten gerade gestreckt, der Kopf dreht sich und schaut dem rechten Arm, der geöffnet nach oben und hinten Richtung Fenster geht, hinterher, wild ist die Musik, wild hüpfen wir auf der Stelle, und ich, ich frage mich, was man im schicken Spa wohl unter Ruhe und Entspannung versteht.

Das war der Mobility-Teil, nun folgt das Stretching!, kommt das Kommando von der fitten Tänzerin vor der Spiegelwand, und A., den Kopf nicht nach oben, sondern nach unten hängend und durch die Beine schauend! Diesmal meint sie mich, denn natürlich schaue ich regelmässig nach vorn um nachzuvollziehen, in welche Richtung wir uns drehen und wenden.

Am Ende der Stunde bin ich verschwitzt und erledigt, die Mitstreiter aber auch. Und schwups, trage ich mich für nächsten Freitag wieder in die Teilnehmerliste ein, und ein bisschen freue ich mich auch darauf, wenn wir wieder das virtuelle Lasso über unsere Köpfe schwingen lassen. A., die Mitstreiterin, gelobt auch Besserung und erhöhte Konzentration, denn auch sie wird nächste Woche wieder antreten.

Es ist Samstag. Wir sitzen am Pool des öffentlichen Bades und schauen auf das Geschehen, das sich vor uns in den Becken abspielt. Die Sonne wärmt, das Wasser glitzert, wir plaudern, tauschen uns über unser Freibad aus, zwischendurch trinke ich einen Schluck Vanilletee und beiße in mein Brötchen mit dem veganen Käse (aus Versehen gekauft) und der veganen Salami (bewusst gekauft), die Schwimmer ziehen ihre Bahnen, so wie wir es bis eben auch getan haben, friedlich ist es und auch meditativ, wenn die Krauler gleichmässig durch das Becken ziehen. Morgen hatte ich eigentlich geplant, ins Gym, das im schicken Spa ist, zu gehen.
Schau mal, wie leer dort hinten, wahrscheinlich auch sehr kalt, aber wie schön und dann morgens, und die Sonne könnte aufs Wasser scheinen, und dann, dann ist der morgige Plan über den Haufen geworfen, aber der neue Plan, der macht viel glücklicher.

Fitnessrückblick der Woche
Mo: Schwimmen ✔️
Di: Faszientraining (class) ✔️
Mi: Meditation ✔️
Do: Gym (alt) ✔️
Fr: Mobility & Stretch (class) ✔️
Schwimmen ✔️
Sa: Schwimmen ✔️
So: Schwimmen (in Planung)

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