Logbuch Israel – Epilog.

Was bleibt.

Interessante Einblicke in so unterschiedliche Welten, die sich in einer vereinen.
Ein Fahrstuhl am Freitag, dessen Knöpfe man nicht drücken kann und der in jeder Etage hält und in dem ein Stuhl steht.
Geschirr für den Morgen und Geschirr für den Abend, streng auseinander gehalten.

24 Kilometer von Ramallah entfernt, 20 Kilometer vom Gazastreifen, 5 Kilometer von Syrien, 10 Meter von Jordanien, auf dem Tempelberg vor der Al-Aqsa-Moschee und auf den Golanhöhen gestanden.
An geschichtsträchtigen Orten zu sein, die ich bisher nur aus den Nachrichten kannte und zu denen ich nun eine Beziehung aufbaue und sie versuche zu verstehen.
Rosa blühende Pfirsichbäume, Rapsfelder, Mohnblumen und Olivenhaine auf den Golanhöhen. Unter mir der See Genezareth. Ein scheinbares Paradies, in dem sich Stacheldraht und Bunker verstecken.
Masada in unendlicher Wüste gelegen, oben auf dem Berg  im gleißenden Sonnenlicht.
Im Toten Meer baden.
Durch den persischen Garten zum Bahai-Tempel in Haifa spazieren.
Wandern auf dem Jesus-Trail.

Hunderte weißgewandete Christen, die sich in den schmutzigen Jordan stürzen, um sich dort wie Jesus taufen zu lassen.
Der Ruf des Muezzin über Jerusalem.
Kirchenglockengeläut.
Klezmermusik und fröhlich tanzende Juden, die zum Fest an die Klagemauer ziehen.
Jüdische Frauen mit Perücken und turbanähnlichen Kopfbedeckungen, verhüllt in züchtiger Kleidung.
Moslimische Frauen, verhüllt in schwarze Gewänder.
Große Holzkreuze, die man sich mieten kann, um damit die Via Dolorosa in Jerusalem zu beschreiten, wie Jesus.

Das österreichische ehemalige Hospiz, das mitten in Jerusalem liegt und so etwas wie ein Heimkommen bedeutet, heim zu Kaffee und Sachertorte und warmen Apfelstrudel.
Köstliches Essen in Israel und Palästina, so viele Salate, so viel Gemüse, so viel Obst und so viel Kuchen. Gewürze, die ich im arabischen Bazar und dem Mahane Yehudi-Markt kaufe.
Falafel – unser Highlight zum Mittagessen.
Ein wunderbares Picknick zwischen Olivenbäumen und Kakteen.

Schöne Gespräche und Wunscherfüllung-Freizeit  mit meinen neuen Freunden.

Emotionale Momente.
Im Olivenbaum-Garten stehen von F., der Palästinenserin, der an einer riesigen Betonmauer mit Stacheldraht abrupt endet. In dem wir einen kleinen Olivenbaum pflanzen, und dem wir wünschen, dass er niemals ausgerissen wird. Zur jüdischen Siedlung blicken, die hinter der Mauer liegt.
Yad Vashem. Der dunkle Saal mit den fünf Kerzen, die sich in den Spiegelwänden vervielfältigen und die unerträgliche Dimension des Holocausts und der vielen getöteten Kinder widerspiegelt.
Jüdische Kinder auf dem Dach spielend, hinter Stacheldraht, abgegrenzt vom arabischen Viertel.

Was bleibt, ist außerdem J. Er bleibt in Jerusalem im Krankenhaus. 15E, sein Platz im Flieger, bleibt leer.

Ende

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