Logbuch Israel – Tag 6

Wenn man nur flüchtig das Reiseprogramm liest und sich auf einen ruhigen Spaziergang durch alte Gassen eines kleinen Ortes freut, kann es passieren, dass sich Mesada als antike Palastfestung des König Herodes mitten in der Wüste herausstellt. Das ich entsprechend überrascht bin, sage ich niemanden. Wir sind heute Nachmittag in der Wüste gelandet, es ist heiss, die Sonne brennt. Mit der Seilbahn sind wir den Berg zur Festung hinaufgefahren, abwärts werden wir über die Römerrampe hinuntersteigen. Die Wanderelemente dieser Reise mag ich ganz gern.

Heute Vormittag haben wir Steinböcke und Klippschliefer gesehen (von deren Existenz wusste ich bis heute auch nichts), Kamelherden, die majestätisch auf Bergspitzen in der Wüste stehen und einen schwarz-türkis-schillernden Kolibri.

Ausserdem waren wir im Westjordanland in Jericho, das 24 Kilometer von Ramallah entfernt liegt. Es ist spannend, auf einmal in Gegenden zu sein, über die man sonst nur in den Nachrichten hört und die ganz anders wirken als gedacht.

Mein Tageshighlight war am Vormittag: nachdem wir (in meinen Augen durchgeknallte) weissgewandete Christen bei ihrer Taufe im schmutzigen Wasser des Jordans zugeschaut haben (hier wurde auch Jesus von Johannes dem Täufer getauft) und 10 Meter weiter auf jordanischer Seite dasselbe Spektakel stattgefunden hat, waren wir am Toten Meer. Ich habe im Toten Meer gebadet!

Nachtrag: ein weiteres Highlight ist, dass es erstmalig Kaffeeweisser im Hotelzimmer gibt (dafür keinen Föhn. Man kann nicht alles haben).

6 Gedanken zu “27.03.2019

  1. Wie fühlt sich das an, wenn man an diesen ganzen geschichtsträchtigen Orten ist? Oder fühlst du da auch eher so was wie Kommerz, so wie ich an solchen Orten denke, oje, bisschen übertrieben? Aber ja, dort zu reisen, ich war jedenfalls vom letzten deiner Fotos sehr berührt dass es sowas geben muss, so eine Erklärung, so eine Einteilung in Sektoren. Hab weiterhin so viel Spaß auf deiner Reise! Kat. 😃

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    1. ich finde es sehr beeindruckend, was auf diesem kleinen Stückchen Land historisch alles los war – und auch die ganze Mythen. Sehr faszinierend! Wir erleben unglaublich viel, das kann ich gar nicht alles schreiben. Kommerz bisher nur an wenigen Stellen – wir freuen uns, wenn wir mal ne Postkarte finden 😀

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  2. ich war kürzlich auch zum ersten Mal an dieser Taufstelle. Es gibt ja auch noch eine andere, gell. Was mich beeindruckt hat, dass es wahrscheinlich nur an diesem Ort möglich ist, so nahe von beiden Seiten an die Grenze zu gehen und keine Armee in Sicht!! Das wäre ja toll, wenn der Glaube Grenzen niederreissen würde und sich die Menschen in Zukunft dort und überall umarmen können. Wer weiss, es geschehen ja manchmal Wunder….

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    1. das finde ich auch interessant, dass man so dicht an Jordanien und auch Syrien ist! Ich denke ja, der Glaube steht dem Frieden im Weg, jedenfalls wenn es extrem/radikal ist. Hab hier wieder viel dazu gelernt.

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