Logbuch Israel 2019 – Tag 4

Haifa Haifa, so heisst doch ein Song, sagt H. aus Hannover (!). So ähnlich, antworte ich, sie meine wohl Hyper Hyper. Meine Beziehung zu Menschen, die derartige Bemerkungen machen (und diese auch noch ernst meinen) und ausserdem Socken mit nem ‚L‘ und nem ‚R‘ tragen, ist kompliziert. Ich gehe zügig weiter.

Heute haben wir in Akko die Moschee, den Hafen und die Kreuzritterstadt besichtigt und zu Mittag am Bazar Falafel gegessen. Nach drei Tagen Falafel haben wir ein Falafel-Ranking angefangen, die heutigen nehmen #2 ein. Auch ein öffentliches-Toiletten-Ranking gibt es, das fällt in Israel sehr gut aus. Bis auf die Toiletten der griechisch-orthodoxen Kirche (keine Spülung, kein Papier und verschmutzt), liegen sie alle gleichauf mit 4,5 Punkten. Seit Tibet bin ich paralysiert, was sanitäre Anlagen angeht.

In Safed gibt es zwei Synagogen und das Künstlerviertel zu sehen, unterwegs verlieren wir J., der gesucht werden muss und nach 30 Minuten mit einer Kippa auf dem Kopf wieder gefunden wird. Danach suchen wir unseren Bus, den wir nach einem ungeplanten Marsch durch die Natur wiederfinden.

Unser staatenloser Busfahrer ist Moslem, die Reiseleiterin Jüdin, A. eine Reihe hinter mir ist Katholikin, eine Reihe weiter sitzen zwei Protestanten. Ich bin Atheist, und zusammen haben wir den Bahá’í-Tempel, die griechisch-orthodoxe Kirche und religiöse Stätten aller möglichen Richtungen angeschaut. Ein buntes Durcheinander und sehr interessant. In der Moschee müssen die Damen die Köpfe bedecken, in der Synagoge die Herren. Aber beim kulinarischen ist alles wieder im Einklang.

Unter uns liegt der See Genezareth, ein paar Kilometer weiter in Sichtweite die Golanhöhen.

Das Hotel in Kinar ist eine grosse Anlage, ich beziehe einen Garten-Bungalow mit nicht funktionierender Heizung. Der Hotelpool sei nicht nutzbar, teilt man mir an der Rezeption mit, als ich mich über die Heizung beschwere und frage, wann die Frauenbadezeiten sind. Auch einen Shop suche ich vergeblich. Dafür finde ich im Hotel eine Synagoge und einen Bunker (wobei ich unsicher bin, ob Nicht-Juden mit hineingenommen werden). Im Foyer spielen Musiker. Die Mitreisenden kehren enttäuscht vom See zurück, kein Strand, kein Café, und ausgerechnet morgen haben wir den Nachmittag zur freien Verfügung.

Übrigens verfolge ich die aktuell alarmierenden Nachrichten. Wir sind zur Zeit am See Genezareth (ziemlich weit weg von Gaza und Tel Aviv).

3 Gedanken zu “25.03.2019

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