Logbuch Israel – Tag 3

Es ist früh am Morgen: die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, in der Luft hängt der schwere Duft von Jasminblüten. Ich stehe auf der Dachterasse; links von mir der Hafen von Haifa, rechts schaue ich auf den persischen Garten, der am Berg angelegt ist und über dem der prächtige Bahá’í-Tempel mit der goldenen Kuppel aufragt.

Hier bekommen wir aber Fusspilz, raunt mir eine Mitreisende zu, als wir die Schuhe ausziehen, um das Innere des grössten Heiligtums der Bahá’í-Gemeinde zu besuchen. Ob sie schon mal in ’nem Schwimmbad gewesen sei?, antworte ich. Mich nerven dauernörgelnde Menschen, die sich nicht auf neue Erfahrungen einlassen und nur negatives zu sagen haben. Entspannt Euch einfach mal und geniesst das Leben…

Wir fahren an einem schweren Autounfall vorbei. Notärzte versorgen die Verunglückten, ich schliesse die Augen. Wie schrecklich, sagt A. hinter mir. Wie schnell kann Glück in Unglück umschlagen. Am Abend beim Verlassen unseres Busses klatschen wir und bedanken uns bei unserem Busfahrer, der uns auch heute wieder sicher zurück gebracht hat.

In Nazareth frage ich A., die Katholikin ist, ob der Erzengel Gabriel Maria zur Verkündigung der Geburt Jesu beim Wasserholen an der Quelle erschienen ist (griechisch orthodoxe Ansicht) oder in der Grotte (katholische Ansicht). Wir haben beide Orte und Kirchen – die Gabrielkirche und die Verkündigungskirche – besichtigt. Nichts von beiden, antwortet A. und ist da erstaunlich pragmatisch: Maria war keine Jungfrau. Eine kreative Idee mit dem Engel, finde ich, wenn man eine Schwangerschaft mitteilen muss. Als Atheist habe ich eh eine entspannte Haltung.

Nach einem frischen Granatapfelsaft und der mittäglichen Falafel auf der Mauer in der Sonne essend, machen wir uns auf den Jesus-Trail und wandern von Nazareth nach Zippori. Zippori war die einstige Hauptstadt Galiläas und ist heute eine imposante Ausgrabungsstätte. Wir wandern durch eine Schafsherde, der Raps leuchtet gelb und überhaupt blüht es bunt um uns herum. Was für ein schöner Tag.

5 Gedanken zu “24.03.2019

  1. danke für deine Berichte. Ich bin immer gespannt, wie andere das Land erleben, was ihnen begegnet und was sie begeistert. Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit in Israel und freue mich auf den nächsten Artikel von dir . Liebe Grüsse Brig

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