Unterwegs.

Die Yoga-Leute, die nach uns den Raum haben, hätten den Vorschlag gemacht, ein Mal leise an die Tür zu klopfen, damit wir wüssten, dass sie da seien, erklärt unser Meditationslehrer, der übrigens auch unser Taijilehrer ist.
G. und ich müssen lachen. Die Yogatruppe besteht aus circa 15 Leuten, die laut trampelnd die Treppe des Altbaus hochpoltert, um sich dann vor unserer Tür zu unterhalten. Die Befürchtung, sie nicht wahrzunehmen, teilen wir nicht.
Heute ist Sitzmeditation im Yogaraum des Psychologen-Hauses in der Schanze. Vom Raum, der im zweiten Stock liegt, guckt man in den verwunschenen Garten, in dem wir in der Sommersaison Taiji praktizieren.
Der Yogaraum strahlt Ruhe und Wärme aus; die Wände sind hellgelb gestrichen, der Teppich orangefarben, die hohen Decken sind mit Stuck verziert, das Licht ist gedimmt. Wir sitzen auf Schafsfellen und Meditationskissen und haben uns in rote Wolldecken eingehüllt. Nach den Dehnübungen schweigen wir, nur unterbrochen von den Worten unseres Lehrers, der uns in die Stille der Meditation führt.
Heute sind wir nur zu zweit, die russische Künstlerin G., die ich ob ihres Akzentes als Belgierin ausgemacht hatte und ich. G. ist sehr sympathisch; quirlig, lustig, aufgeschlossen. Schon gestern beim Taiji haben wir uns über Klamotten ausgetauscht, während die Schwerter unserer Mitschüler herumgereicht wurden.
Wir könnten doch mal zusammen shoppen gehen, schlägt G. mir heute vor. Ich willige fröhlich ein. Und beende den heutigen Tag mit 6.500 Schritten.

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