Im radiologischen Zentrum.

Dann müssen Sie aber zwei bis drei Stunden warten, sagt die Rezeptionistin. Ich mag es nicht, einfach MRT-Bilder in die Hand gedrückt zu bekommen, um sie dann eine Woche später mit meinem Orthopäden zu besprechen. Ich bestehe darauf, im Anschluss an das MRT mit einem Radiologen Rücksprache zu halten. Auch wenn ich warten muss.

Das Prozedere zum MRT ist unspektakulär, wenn man bereits fünf Wochen tägliche Strahlentherapie mit Luftanhalten hinter sich hat. Ich werde gebeten, im Flur Platz zu nehmen, eine Ärztin kommt auf mich zu und fragt nach meinem Namen. Sie lächelt und verspricht, sich die Bilder sofort anzuschauen. Beim Warten höre ich das Klicken auf dem PC, während sie sich durch die Aufnahmen arbeitet.

Sie kommt zurück, lächelt immer noch und gibt Entwarnung. Keine Metastasen. Und auch sonst nichts Schlimmes am Knie auszumachen. Sie ermuntert mich, weiterhin unverzüglich den Arzt aufzusuchen und nicht abzuwarten, wenn etwas anders scheint als sonst. Nächste Woche werde ich dann zum Orthopäden gehen, um zu klären, was man jetzt gegen die (leichten) Schmerzen machen kann.

Ich frühstücke beim Bäcker, dann fahre ich nach Hause und buche mir ein Ticket für meine US-Lieblingsband Too Many Zooz, die gestern Abend verkündet hat, im November spontan für einige Auftritte nach UK zu kommen.  Und ich komme nach Edinburgh!

Grundsätzlicher Beschluss für 2017:
Um das Jahr „break even“ beziehungsweise in Balance abzuschliessen, werde ich jedem Moment der Angst und des Schmerzes schöne Momente entgegensetzen.

#Krebs

6 Gedanken zu “20.09.2017

  1. Bei mir waren die Schmerzen vom Tamoxifen, ja und die Angst spielt mit! Aber jetzt 6 Monate nach Dauereinnahme alles gut. Ja, es zwickt mal hier und mal da…hat es vor dem Krebs auch! Manchmal empfinde ich Traurigkeit bei deinen Worten. Der Angst etwas entgegenzusetzen ist, wie bei Frust Schuhe kaufen…nicht die Lösung! Ein bewußtes, gefühlt wunderbares Leben, das ist die Lösung. Ich arbeite auch `dran, es lohnt sich! Aber dennoch, Edinburgh ist immer eine Reise wert!!!

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    1. vielleicht habe ich mich schlecht ausgedrückt: ich unterdrücke die Angst nicht, indem ich mir etwas Schönes gönne – aber jedem Moment, der dieses Jahr nicht so dolle war, wird etwas Gutes entgegengesetzt. Oder anders gesagt: ich belohne mich. Das mache ich sehr bewusst – bitte also nicht traurig sein – ich bin fröhlich. 🙂 LG nach Berlin!

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