Zwischenspiel. Wieso, weshalb, warum?

Theorie 1. Die Statistik oder der alte Mann
Alter Mann mit weißem Bart sitzt über den Wolken und zählt: 1,2,3,4,5,6,7, Brustkrebs.
Er zeigt auf mich. Hä? Das kann ja wohl nicht sein, interveniere ich: ich bin Nichtraucher, schlank, mache Sport, ernähre mich gesund (denkste!)….
Der alte Mann rollt mit den Augen und seufzt. Widerspruch wird nicht geduldet und bestraft: Brustkrebs, beidseitig!

Theorie 2. Die Selbstverschuldung
Der Stresslevel war hoch, eigentlich überschritten. Mehr als ein Mal kommt mir der Gedanke und Wunsch, dass eine kleine Krankheit eine dringend benötigte Pause mit sich bringen würde. Vielleicht ein „kleines“ Burnout. Oder so. Eigentlich weiß ich, dass meine Psyche stabil ist. Und nicht sehr anfällig für Krankheiten. Der Körper reagiert. Brustkrebs. Aber beidseitig. Damit ich wirklich pausiere.

Theorie 3. Der biologische Ansatz
Irgendwo im Körper teilt sich eine Zelle und mutiert. Das kann vorkommen. Öfters als gedacht. Krebs. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Zellen zeitgleich und unabhängig voneinander in verschiedenen Körperteilen mutieren und sich zu Krebs entwickeln? Ich sollte Lotto spielen.

Fazit:
Es ist reine Energieverschwendung, sich Gedanken darüber zu machen, warum es einen getroffen hat. Fakt ist: es hat einen getroffen.
Corrective and preventive action: Lern‘ draus und optimiere Dein Leben. Um einem „Zweitschlag“ vorzubeugen.

#Krebs

15 Gedanken zu “18.09.2017

  1. 1. ist nett, 2. ist möglich und 3. zutreffend. Also meiner Ansicht und Recherche – auch durch Gespräche mit Ärzten und Genetikern begründet – nach. Jeder Mensch hat Krebszellen, weil bei der ständig laufenden Zellteilung hin und wieder halt eben Fehler passieren. Der Mensch ist fehlerbehaftet. Er lebt mit dem Fehler. Er lernt durch Fehler. Fehler sind sein Leben.

    Was die Krebszellen anbelangt, so sorgt unser Immunsystem normalerweise dafür, dass diese nicht normalen menschlichen Körperzellen aufgespürt, erkannt und vernichtet werden. Durch ihre Veränderung entziehen sie sich nämlich dem üblichen Körperkreislauf und haben keine Fähigkeit zum natürlichen Zelltod mehr. Also muss das Immunsystem sie töten.

    Wenn dem Immunsystem das nicht gelingt, dann können sich, erst noch im Körper frei herumschwebende, Krebszellen zusammenrotten und Tumore bilden. Sind die Krebszellen einmal zu einem Gewächs zusammengeschlossen haben sie erst die richtige Macht über den Körper erlangt, denn dann können sie noch besser tarnen und täuschen. Unvermittelt wuchern und normales Körpergewebe verdrängen. Das ist dann durch Schmerzen merkbar.

    In den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts glaubte man, dass es eine Krebspersönlichkeit gibt. Demnach hätten Menschen, die psychisch vorbelastet sind, egal in welcher Intensität, ob es sich nur um eine psychische Störung oder um eine ausgewachsene psychische Krankheit handelt, eine vermehrte Neigung zu Krebs. Sie hätten durch eine Abwärtsspirale den Krebsausbruch selbst verschuldet. Sie hätten sich den Krebs her-gedacht. Das war ein Trugschluss, basiert aufgrund falscher Studien. Sonst hätten nämlich alle Depressiven Krebs. Dem ist aber nicht so.

    Mittlerweile wissen wir, dass die eigene Genetik einen hohen Stellenwert in der Disposition hat und der Rest über den Stress läuft. Soweit der aktuelle Stand der Forschung. Hast du, respektive dein Körper, Stress, dann kommt es vermehrt zu Fehlern in der Zellteilung. Gleichzeitig ist das Immunsystem heruntergefahren. Das ist ein natürlicher Prozess. Der Körper ist nämlich so gebaut, dass er in einer Stresssituation (Angriff eines Beutetiers, Flucht vor einer gefährlichen Situation, u.s.w.) das Immunsystem kurz einmal ausschaltet, weil es gerade eine lebensbedrohende Situation gibt, wo das Immunsystem eh nicht helfen kann. Wenn die Situation wieder vorbei ist, wird das Immunsystem wieder aktiviert. Da unser heutiger Stress üblicherweise a) erst einmal nicht lebensbedrohend ist und b) länger als natürliche akut lebensbedrohende Situationen anhält, leben viele Menschen mit einem reduzierten Immunsystem.

    Ehrlich gesagt würde ich mich davor hüten, von Schuld zu sprechen. Es ist einfach so. Dumm gelaufen. Es gehören immer sehr viele Faktoren dazu, dass das Gleichgewicht des Körpers in Schieflage kommt. Er ist nämlich eigentlich schon extrem robust gebaut, ein Wunderwerk der Natur. Da gibt es kein Selbstverschulden.

    Du tust aktuell alles, um Krebs zu vermeiden. Das ist sehr gut. Du sprichst sogar darüber und schützt so vielleicht jene, die von dir und deinem Schicksal wissen. Dass sie ohne die eigene Krebserfahrung für ihr Leben lernen. Mehr kannst du nicht tun.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Krebs, metaphorisch gesehen, kein Feind ist. Er ist dein Freund, er lehrt dich einen neuen Blick aufs Leben.

    Alles Liebe aus Wien und
    ruhig Blut für deine Untersuchung!

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    1. vielen lieben Dank für Deine Erläuterungen – siehste – dadurch, dass ich nicht recherchiere, bin ich nicht so gut informiert – was nicht unbedingt negativ sein muss. Dadurch habe ich mir – gerade in den Anfängen des Dramas – einiges an Ängsten erspart. 🙂
      Es ist so wie es ist – und mir ist bewusst, dass es mich noch weitaus ärger hätte treffen können. Und ja, aus dem Drama habe ich gelernt, und das ist der positive Aspekt: ich lebe viel bewusster, nehme nichts als selbstverständlich hin und freue mich über viele kleine Dinge. Ich bin dankbar. Ich bin gelassener, offener für Spontanes und trödele nicht mehr rum, was das Umsetzen meiner Bucket-List angeht.
      Das einzige, womit ich nicht konform gehe, ist die Definition: für mich ist Krebs kein Freund. Ein Freund versucht nicht, mich heimtückisch zu erobern und umzubringen. Er ist mein Feind. Durch ihn bin ich sehr achtsam geworden. Aber das darf jeder anders sehen – so wie es einem am besten bei die Auseinandersetzung mit der Thematik tut. Wünsche Dir einen sonnigen Tag 🙂

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  2. Genau deswegen hab ich es gemacht, dass ich die Ängste nicht habe. Denn durch das Recherchieren weiß ich halbwegs (also für einen medizinischen Laien), was Sache ist. So als hätte ich dem Schrecken die grausliche Maske abgenommen. Das nahm mir auch die Angst.

    In Wien regnet es leider seit einem Tag mehr oder weniger durchgehend, aber ich hatte dennoch einen schönen Tag – dir noch einen angenehmen Abend und alles Gute für die Magnetresonanz morgen!

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    1. ich hatte beim ersten googeln Horrorbilder und die Stichworte Schmerz, Sterben, Leiden auf dem Bildschirm. Danach habe ich es gelassen und meinem Arzt vertraut. Hätte ich damals gewusst, wozu Lymphknoten da sind und warum mir welche entfernt wurden, wäre ich vor Angst gestorben. Meine Naivität (oder Dummheit) hat mich geschützt 😉 Gute Nacht (komme grad von ner Lesung zurück)

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