Unterwegs.
Die Taxifahrten zur Strahlentherapie.

Yoyo: What’s you name, man?
Helmut Grokenberger: Helmut Grokenberger. [pointing to his cab license]
Helmut Grokenberger: Here, you can read it. That’s me.
Yoyo: Helmet?
Helmut Grokenberger: Helmut.
Yoyo: That’s your name?
Helmut Grokenberger: Yeah.
Yoyo: Ha ha ha ha ha. That’s a fucked up name to be namin‘ your kid! Helmet! See, ‚cause in English, a helmet would be like, you know, like something you would wear on your head, you know? You a… a helmet!
dialogue from the movie „Night on Earth“

Ihr Name ist wirklich xyz? Ich dachte, die hätten mir ‚was falsches durchgesagt aus der Zentrale! (Lachen)
Nein, antworte ich, alles korrekt gemeldet aus der Zentrale.
DAS höre ich jeden zweiten Tag.

Wussten Sie, dass früher in Afghanistan die Frauen kurze Röcke getragen haben? Das war dort wie in Europa. Und dann kamen die Taliban. Und wissen Sie, wer die unterstützt hat?
Ich weiß es. Die USA. Und auch, dass Afghanistan mal ein wunderschönes Land gewesen sein muss.
Mein heutiger Taxifahrer stammt aus Afghanistan. Er ist mit fünf Jahren nach Deutschland gekommen. Hamburg ist für ihn die schönste Stadt – und seine Heimat.

Wenn G20 ist, muss ich mich krankschreiben lassen, mein Urlaub ist verplant, sagt er. Aber er wohne direkt an den Messehallen.
Da haben wir etwas gemeinsam, antworte ich, meine Straße wird während des G20 nur mit Ausweis passierbar sein. Für Anwohner.

Er springt aus dem Taxi, hält mir die Tür auf, ich bedanke und setze mich. Dann dreht er sich zu mir um und fragt, ob ich einen Kaffee oder Tee möchte. An der Armlehne ist ein i-pad installiert, auf dem die Nachrichten laufen. Ich bin beeindruckt.

Soviel Steuergelder seien für die Elbphilharmonie ausgegeben worden. Aber jetzt sind alle stolz auf Hamburgs neues Wahrzeichen. Ob die Kindergartenkinder, die in Richtung Konzerthalle traben, überhaupt von der Plaza gucken können?
Sie können, antworte ich, die Balustrade bestehe aus einem Gitter.

Wir gucken hier immer im spanischen Restaurant mit zwanzig Leuten, erzählt er, wenn EM und WM laufen.
Auch ich schaue die Fussballspiele mit einer Freundin im Portugiesenviertel, aber in portugiesischen Restaurants. Als wir die Reeperbahn entlangfahren, zeigt er auf einen Club, in dem sich die Sankt Pauli-Fans treffen. Früher habe er selbst Fussball gespielt, bei Sankt Pauli, einmal sogar gegen Uwe Seeler. Das läge aber schon lange zurück.

Sie müssen zur Dialyse, fragt er.
Nein, zur Strahlentherapie.
Das ist ja noch schlimmer, antwortet er.
Das weiß ich nicht.

Diesmal biege ich aber richtig ab, sagt der Fahrer, der sich das letzte Mal in Altona’s Einbahnstraßensystem vertan hatte. Ich beruhige ihn, alles ist gut, und ein paar Schritte zu Fuß gehe ich eh gern.

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